„ESG wird zum integrativen Bestandteil des FM auch in Österreich“

Thomas Winter, ist CEO der Apleona Austria. Im Interview erklärt er, wie er durch schlanke und digitale Prozesse das Österreich-Geschäft zukunftssicher aufstellt.

Was sind für Sie die nächsten Schritte in Hinblick auf die Unternehmensentwicklung von Apleona Österreich?

Wir möchten das durch die Zusammenführung erlangte vergrößerte Leistungsportfolio auf aktuelle Bestandskunden sowie auf Neukunden ausweiten. Dazu müssen wir zuerst einheitliche, effiziente und digitalisierte Prozesse auf alle Bereiche ausrollen. Zusätzlich möchten wir unsere Kompetenz zum Thema ESG weiter ausbauen und den Kunden auch mit digitalen Lösungen unterstützen. Auch das Konzept der PPP-Projekte (Errichtung und Betrieb) möchten wir weiterverfolgen.

Wie sehen Sie Apleona im aktuellen Marktumfeld aufgestellt?

Wir sind in der aktuellen Aufstellung und mit unseren Tools einer der wenigen FM-Anbieter in Österreich, der flächendeckend vom Neusiedler- bis zum Bodensee eine einheitliche Qualität und Leistungsdokumentation in kurzer Zeit aufsetzen und langfristig erbringen kann. Wir haben eine vergleichbar hohe Eigenleistungstiefe von technischen FM-Leistungen. Wir sind auch eines der wenigen Unternehmen in Österreich, das Erfahrung mit PPP-Projekten hat. Wir sind der größte Dienstleister für Technisches FM und einer der wenigen, der international auftritt.

In welchen Marktsegmenten möchten Sie wachsen und warum?

Wir möchten weiterhin österreichweit wachsen. Wir haben durch zahlreiche Filial- und Kettenkunden eine lange Expertise mit renommierten Kunden und können somit auch Synergieeffekte erzielen. Ein sehr interessantes Kundensegment, welches wir in den Fokus rücken wollen, ist die Industrie. Hier wollen wir ein verlässlicher Partner für ESG-Themen werden und, neben unseren TFM-Lösungen, auch die Expertise im Betrieb von Produktionsanlagen weiter ausbauen. Das Großprojektgeschäft unseres Bereichs LCS (Life Cycle Procects) möchten wir auch in Wien/Niederösterreich/Burgenland und Oberösterreich weiter ausbauen. Wir haben in diesem Bereich bereits sechs Bildungscampus in Wien und eine Fachhochschule in St. Pölten mit unseren ARGE-Partnern errichtet und zwei weitere Sonderprojekte sind gerade in der Bauphase (PPP-Modelle).

Teilen Sie die Einschätzung, dass FM-Dienstleister immer mehr zum Partner bei der Umsetzung von ESG-Strategien werden?

Aus meiner Sicht entwickeln sich FM-Dienstleister immer mehr zu strategischen Partnern bei der Umsetzung von ESG-Strategien. Unsere Rolle geht längst über die klassische Gebäudebewirtschaftung hinaus und umfasst heute zentrale Aufgaben wie Dekarbonisierung, ESG-Reporting und digitale Energieoptimierung. Wir positionieren uns dabei mit spezialisierten Kompetenzteams, innovativen Tools wie Enerlutec und Recogizer sowie einem klaren Fokus auf Nachhaltigkeit und Digitalisierung als aktiver Treiber dieser Transformation. Für mich ist ESG nicht nur ein Markttrend, sondern integraler Bestandteil unserer Unternehmensstrategie – getragen von technischer Exzellenz, Innovationskraft und einem tiefen Verständnis für die Herausforderungen unserer Kund*innen.

Gibt es konkrete Beispiele dafür bei Apleona Österreich?

Energieaudits und Energieeffizienzmaßnahmen sowie Abfallmanagement sind seit vielen Jahren ein fixer Bestandteil unseres Leistungsportfolios. Unter dem Titel „ESG“ führen wir seit 2020 erfolgreich Datenerhebungen und Aufbereitungen für die Scope 1 - und Scope 2 - Emissionen durch. KI-gestützte Gebäudesteuerung (Recogizer) ist seit 2022 an mehreren Standorten in der Implementierung. Unser Green Real Estate Team realisiert sowohl kleinere als auch umfangreiche Projekte, die gezielt zur weiteren Dekarbonisierung des Immobilienbestands unserer Kundinnen und Kunden beitragen.